Was Kunden sagen:

Ponystute "Nelly":

Vor über einem Jahr hatten wir, also meine Stute Nelly und ich, den ersten Termin bei Jörg. Ich war unheimlich nervös - unser letzter Schmiedtermin lag über ein Jahr zurück und hatte mit einem auskeilenden und steigenden Pony geendet, an Hufbearbeitung war damals nicht mehr zu denken gewesen. Nach einem Stallwechsel fasste ich den Entschluss, es noch einmal mit einem Neustart zu versuchen und bekam von einer Freundin die Empfehlung für Jörg.

weiterlesen....

Josefine R., Jena


Großeselstute "Olivia":

Ich kann nicht sagen, was meiner Eselstute in ihrem bisherigen Leben geschehen ist, aber eins weiß ich gewiss: mit Jörg als Hufpfleger war ich bestens beraten. Seine einfühlsame und ruhige Art übertrug sich sofort auf das Tier und auf mich selbst als besorgte Halterin. Er ließ meiner Eselstute, die schon seit über einem halben Jahr nicht gewillt war, die Hufe anzuheben und sich auch mit allen Hufen dagegen zu wehren wußte, die nötige Zeit um Vertrauen aufzubauen. Mit seiner behutsamen Art, gutem Zureden und ganz viel Verständnis für das Verhalten der Eselstute schaffte er es mit dem Tier eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen und ihre schon recht entstellten Hufe wieder in Ordnung zu bringen..

Susanne G., Endschütz


... Genau wie du es beschreibst hast du es mit unserem Moritz erfolgreich getan. Ich war fasziniert mit welcher unglaublichen Ruhe du an jedes Problem herangegangen bist. Ich glaube, ohne deine Hilfe würde unser Moritz wohl nicht mehr leben...

Doris V., Zeitz


Eselstute "Betsy":

Vor vielen Jahren nahmen wir 2 Esel, die kein Zuhause mehr hatten, bei uns auf. Schon bei der ersten Hufpflege mußten wir feststellen, daß die Eseldame nur mit straffer Hand, äußert ungern, sich sträubend und mit Widerwillen die Hufe behandeln ließ. Jede Hufpflege war mit einer großen Anstrengung für uns und Aufregung und Streß für die Eselstute verbunden. Die Eselstute glich einem Schaukelpferd und wenige Tage nach der letzten Hufpflege erkrankte unsere Eselstute schlimm. Durch mehrere Geburten und das Abwehren bei der Hufpflege war es bei ihr zur Durchtrittigkeit an allen Hufen gekommen. Auf Anraten des Tierarztes sollten wir einen Hufspezialisten hinzu ziehen und er empfahl Jörg. So wurde ich bei ihm vorstellig, der sich noch am selben Tag die Stute anschaute und seine Hilfe anbot. Von nun an kam Jörg in regelmäßigen Abständen, um das Tierchen zu besuchen. Sie wurde gestreichelt, gelobt und Fortschritte wurden belohnt. Nach nur wenigen Wochen konnten die Beine, die Fessel und dann auch die Hufe angefasst werden. Wenig später haben wir gemeinsam die erste Hufpflege durchführen können. Es war noch nicht optimal, aber entspannt. Und von Mal zu Mal ging es besser. Im Laufe eines Jahres konnte die Fehlstellung der Hufe bei der Eselstute wesentlich verbessert werden. Jetzt kommt Jörg in Abstand von 4 Wochen und meistert alles im Alleingang. Er und die Stute sind beste Freunde geworden. Nur mit viel Geduld und positive Erfahrungen konnte das Vertrauen zwischen Mensch und Tier wieder aufgebaut und hergestellt werden.

Petra S., Meusebach


 

Traumatisierte Pferde

Als Leitsatz für dieses wichtige Thema möchte ich einen Buchtitel von Maren Diehl voranstellen:

Die Pferde sind nicht das Problem

In den Jahren meiner Tätigkeit als Hufbearbeiter stieß ich immer wieder - leider in stark zunehmenden Maß - auf traumatisierte Pferde und Esel mit denen eine normale Hufbearbeitung zunächst unmöglich war. Dies ist Anlaß und Grund, mich in Zukunft vor allem auf diese Tiere zu konzentrieren da deren Hufbearbeitung sehr oft von den Profis abgelehnt wird bzw. versucht wird, mit unterschiedlichsten Zwangsmaßnahmen zum Erfolg zu gelangen. Das lehne ich ganz klar ab und plädiere dafür, diesen Geschöpfen eine adäquate Behandlung zuteil werden zu lassen damit sie nach einer überschaubaren Zeit wieder ganz normal, ohne Streß und Gefahren, bearbeitet werden können.

Trauma? - was ist das eigentlich?

Angst

Ein Trauma ist schlicht und einfach eine Verletzung. Wir unterschieden zwischen

  1. einem physischen Trauma
     und
  2. einem seelischen (psychischen) Trauma

Physische Traumata stellen Verletzungen des Körpers - z.B. in Folge eines Unfalls - dar. Hier ist Gewebe beschädigt und der Körper tut alles, um das geschädigte Gewebe wieder zu regenieren.

Anders verhält es sich mit den psychischen Traumatisierungen. Dies sind Verletzungen der Seele. Sie entstehen bei Mensch und Tier gleichermaßen aus erlebten und durchlittenen Extremsituationen. Es sind im Emotionalkörper gespeicherte Bedrohungen. Jedes physische Trauma führt unweigerlich auch zu einem psychischen Trauma. Doch während das physische Trauma durch die Arbeit der Selbstheilunskräfte mit der Zeit weitgehend von selbst aufgelöst wird bleiben seelische Traumata bestehen. Sie äußern sich beim Pferd in der Regel in Angstzuständen des Fluchttieres und in erlernten Vermeidungsstrategien. Dies wird schnell gefährlich - sowohl für den Menschen als auch für das Tier selbst.

Beispiel:

Ich hatte vor einigen Jahren eine Tinkerstute in der Kundschaft. Sie war lieb und umgänglich so lange niemand an ihre Hufe wollte. Jeden diesbezüglichen Versuch beantwortete sie mit einem Verhalten was ich nur als "Panzer" beschreiben kann. Sie rannte buchstäblich alles um - Hufbock, Menschen usw. - ganz egal. Sie hatte gelernt, wenn sie das nur konsequent genug tat hatte sie am Ende Ruhe vor der offenbar gefürchteten Prozedur der Hufbearbeitung. Weder die Besitzerin noch sonstwer wußte, was ihr in der Vergangenheit widerfahren war. Klar war nur eines: Ihr fehlte jedes Vertrauen in die Menschen.

So oder ähnlich stellen sich viele solche Situationen dar. Meist wird dann das falsche versucht mit einem noch fataleren Ergebnis: Der schlimme Eindruck in der Pferdeseele verfestigt sich weiter... Mit "falsch" meine ich hier jede Form von Druck, Schimpfen, Maßregeln usw.

Das Gegenteil ist richtig: Ruhige Gelassenheit und viel Zeit um den Tier immer und immer wieder die Gelegenheit zu geben, das verlorene Vertrauen Stück für Stück wieder aufzubauen. Das braucht vor allem Zeit, das richtige Vorgehen und die richtige innere Einstellung. Besonders schwer hat es in dieser Situation der Hufbearbeiter, der an ein solches Pferd heran geht. Denn im Gegensatz zum Besitzer des Tieres ist er/sie ja noch eine fremde, unbekannte Person. Jeglicher Druck, jegliche Eile ist in diesen Fällen kontraproduktiv. Vertrauen entsteht durch Ruhe, viel Zeit und kein erneutes Bestätigen der alten Muster.

Viele derart traumatisierte Tiere erlebten Bedrohungen z.B. dadurch, daß sie während der Hufbearbeitung angeschrien oder gar geschlagen wurden weil sie nicht still standen, den Huf weggezogen haben o.ä. Dabei ist das Wegziehen des Hufes während der Bearbeitung oft eine Notwendigkeit für das Tier. Z.B. bei jungen Pferden, die sich noch nicht gut ausbalancieren können. Diese Tiere müssen einfach öfter mal wegziehen weil sie sonst das Gefühl haben, umzufallen. Viele Pferde haben Probleme im Rücken, Blockaden in der Wirbelsäule oder im Becken. Sie können die Hufe einfach nicht so lange geben wie es wünschenswert wäre. Wird ihnen dann mit Druck bzw. Strafe begegnet nimmt das Unheil seinen Lauf. Es entstehen Ängste, Vermeidungs- und Entzugsverhalten. Je nach mentaler Stärke des Tieres oder Stärke des Schmerzes (z.B. in Folge von Arthrosen) reagieren diese gequälten Wesen dann auch mit Angriff in Form von Bissen oder gezielten Tritten. So schaukelt sich das Problem immer weiter hoch. Dabei wäre es im Anfangsstadium so einfach, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Huf absetzen lassen, kleine Pause, dann erneuter Versuch. Dem Tier signalisieren: he - ich verstehe und akzeptiere dein Problem.

Die gängige Praxis sieht meist ganz anders aus... leider.

Die Lösung ...

... ist relativ einfach wenn man sich denn bewußt darauf einläßt. Das wichtigste ist Zeit, Zeit und nochmals Zeit. Das Tempo des Vorgehens bestimmt der Patient - also das Pferd bzw. der Esel oder das Muli! Auch die Schrittfolge bestimmt das Tier. Es kann durchaus sein, daß ein Tier nach 15 Minuten mental am Ende ist. Dann ist es Zeit, für ein positives Beenden und einen neuen Anlauf einen oder ein paar Tage später. Verpaßt man diesen Moment läuft es auf eine neue Konfrontation hinaus. Diese ist nicht nur hinderlich im Prozeß der Auflösung des Traumas sondern auch gefährlich für alle Beteiligten.

Bei den meisten derart traumatisierten Tieren kennen wir die eigentliche Ursache nicht. Wir können vermuten und raten - mehr aber auch nicht. Sehr gern setze ich zur Unterstützung des Tieres in solchen Fällen Bachblüten ein - vorzugsweise die bekannte Rescue-Mischung. Diese wirkt gegen unspezifische Ängste und zeigt extrem schnell ihre Wirkung.

Die Auflösung eines solchen Traumas verläuft in der Regel nicht als linearer Prozess bei dem es nur vorwärts geht. Typisch ist eher eine Art "Wellenbewegung". Damit meine ich, daß nach vielen positiven Schritten immer mal wieder ein Rückfall in die alten Muster, in das Trauma erfolgt. Meist sind sogenannte "Schienen" dafür verantwortlich. Das sind an sich völlig harmlose Begleitumstände, die für sich genommen weder bedrohlich noch ungewöhnlich erscheinen. Sie sind im Tier allerdings mit dem Ursprungstrauma verknüpft und holen in Bruchteilen von Sekunden das ganze Geschehen zurück in die Gegenwart. Das können z.B. Geräusche sein, das Auftauchen von bestimmten Personen, Fahrzeugen usw. usf. Auch das Berühren einer bestimmten Gliedmaße kann auslösend sein. Was auch immer es sein mag - das Ergebnis ist stets das gleiche: Das Verhalten des Tieres ändert sich von einer Sekunde auf die andere. Die Angst im Tier übernimmt die Kontrolle und alles ist anders. Meist kennen weder der Besitzer noch der betroffene Hufbearbeiter diese auslösenden Momente und stehen von einer Sekunde auf die andere vor dem eigentlichen Problem. Die Gefährdung für den/die Menschen ist dann besonders groß. Wichtig sind hier zwei Dinge:

  1. jederzeit auf diese Möglichkeit gefaßt zu sein und auch nach vielen positiven Schritten keinesfalls sorglos zu werden
    und
  2. durch falsche Reaktion das Muster im Tier nicht erneut zu verfestigen und damit alles bisher Erreichte wiederum kaputt zu machen

Die zweite Situation erfordert vor allem Erfahrung und Selbstdisziplin. Wenn ein Pferd in einer solchen Situation z.B. tritt, den Bearbeiter vielleicht auch noch empfindlich trifft kommt es auf die adäquate Reaktion in der Sekunde an. Viel Zeit hat man nicht, etwa 1-2 Sekunden. Nur innerhalb dieser Zeitspanne verknüpft das Tier die Reaktion mit dem unmittelbar vorhergehendem Geschehen. Die Anleitung für den Umgang mit solch einer Situation liefert uns das Verhalten in der Herde. Die Antwort auf ein derartiges Verhalten erfolgt prompt und wird klar verstanden: Du hast hier eine Grenze überschritten - das geht nicht. Fertig! Ich reagiere dann meist meinem Klaps und einem deutlichen und lauten "Nein!". Das genügt vollkommen um den Tier zu zeigen: So nicht und schon gar nicht mit mir. Die Botschaft muß klar und deutlich sein und darf dem Tier keinerlei Schmerz zufügen. Wer das tut setzt sich sofort in das Feindbild des Tieres und hat damit verloren. Nach dieser Antwort ist die Emotion sofort raus und es geht freundlich mit einem nächsten Versuch vorsichtig weiter. Anders als wir Menschen sind Tiere unter sich niemals nachtragend. Wozu auch? Die Situation ist geklärt und es geht ganz normal weiter. Auch und gerade dann wenn der Tritt noch schmerzt - denn davon weiß das Tier nichts. Es reagierte ja nicht so um uns zu schaden sondern seine Instinkte übernahmen in der Situation die Herrschaft.

noch ein Beispiel:

Ein großer Warmblutwallach war zu bearbeiten. Die Besitzerin erzählte mir vorher von seinen Schwierigkeiten mit der Hufbearbeitung und mit Männern im allgemeinen. Ich ging zu Beginn mit ihm ein paar Schritte spazieren, sprach mit ihm und dann begann ich in Ruhe mit dem Huf vorn links. Das Pferd schien tiefenentspannt zu sein. Dann hinten links und hinten rechts, zum Schluß den Huf vorn rechts. Es war alles sehr entspannt. Ich baute den Bock um und nahm den Huf vorn rechts nach vorn auf den Bock. Ich wollte zur Raspel greifen aber so weit kam ich nicht mehr. Dies war genau die Situation welche das Trauma wieder nach vorn holte, er warf mich um, ich lag neben dem Tier auf dem Boden und er stieg und begann zu trampeln... Ich kam wieder auf die Beine - war unverletzt. Sein Gesicht sprach Bände, die Augen ganz groß und voller Angst, die Nüstern weit aufgebläht. Ich hätte abbrechen können - nur was hätte es gebracht? Also nahm ich ihn ruhig am Strick und ging noch einmal mit ihm spazieren. Ohne die geringste negative Reaktion. Ich beruhigte ihn und wir versuchten es erneut. Wir waren ja nun auf einen möglichen weiteren Ausbruch gefaßt. Er machte dann prima mit. Nachdem der Huf vorn rechts fertig war gingen die verbleibenden drei Hufe wie im Flug. Heute läßt er sich ohne das geringste Problem alle Hufe bearbeiten und freut sich auf die abschließende Belohnung.

Mein Angebot:

Wenn Sie Besitzer eines solchen traumatisierten Tieres sind helfe ich Ihnen sehr gern. Dabei ist es mein Ziel, mit einem bis möglichst maximal drei Terminen Ihrem Tier soweit zu helfen, daß es sich wieder ganz normal die Hufe bearbeiten läßt. Danach sollte es im Regelfall zu Ihrem Hufbearbeiter in die reguläre Pflege zurück kehren können.

Es liegt auf der Hand, daß diese Art der Arbeit wesentlich mehr Zeit erfordert als ein Routine-Huftermin. Ich kalkuliere pauschal mit ca. 2 Stunden pro Termin. Daraus ergibt sich zwingend ein höherer Preis. Auch hier arbeite ich nach Festpreis - egal wie viel Zeit wir konkret am Pferd benötigen. Der Preis für die Bearbeitung eines traumatisierten Pferdes liegt bei 90,00 EUR (inkl. MwSt.). Ggf. fallen noch Kosten für die Anfahrt an. Diese können Sie hier ersehen.

Wichtige Anmerkung

Stop

Alle hier gemachten Ausführungen beziehen sich auf Tiere, die tatsächlich an einem Trauma leiden! Das hat rein gar nichts gemein mit unerzogenen Tieren die sich nicht benehmen können weil der Mensch als verantwortliches Wesen seinen Pflichten hinsichtlich Umgang, Sozialisierung, Ausbildung und Erziehung der Tiere nicht nachkommt bzw. nicht nachgekommen ist. Es ist ganz klar nicht die Aufgabe des Hufbearbeiters, derartige Defizite auszugleichen oder abzustellen.

Ausschlußkriterium:

Aus mehreren gegebenen Anlässen muß ich diesen Teil noch hinzufügen. Weder ich, noch irgendein anderer Hufbearbeiter kann zaubern. Den wichtigsten Part beim Herausholen des traumatisierten Tieres aus diesem dunklen (seelischen) Zustand leisten Sie selbst als Pferdebesitzer/in und Bezugsperson. Je nach Lage des konkreten Falles spreche ich alle Schritte, Vorgehensweisen und Reaktionen auf eventuell eintretende Situationen ausführlich mit Ihnen ab.

Stop

Wenn Sie sich allerdings nicht daran halten, zwischen den Terminen nichts tun oder gar das Gegenteil von dem, was besprochen wurde dann tut es mir sehr leid. Es ist sehr schnell an den Reaktionen des Tieres erkennbar. In einem solchen Fall breche ich die Behandlung rigiros ab denn ich kann dem Tier nicht helfen wenn nicht alle am sprichwörtlich gleichen "Strick" ziehen. Damit das bitte richtig verstanden wird: Es geht hier nicht um völlig normale Rückschritte, die einfach dazu gehören, auch nicht um Fehler die einfach passieren. Jeder Mensch macht Fehler - keine Frage. Sondern es geht darum wenn ich erkennen muß, daß seitens des Besitzers der Wille zur Mitarbeit fehlt.